Christin Wilcken

DIE HÖHLE

Verschoben auf 2022

Mit ihren Zeichnungen und Wandobjekten untersucht Christin Wilcken eine Welt hinter der Oberfläche der Erscheinungen. Im Verzicht auf vordergründige Augenreize, erfindet sie eine neue Form der Auseinandersetzung mit Natur.

In der Ausstellung „Die Höhle“ zeigt sie Zeichnungen, die in eine Zwischenwelt, unter die Erde und ins Verborgene führen. Äußeres trifft auf Inneres, die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Ihre in reduzierter Formensprache entwickelten Reihen zeichnerischer Untersuchungen zeigen Fundstücke, Tropfsteingewölbe, Wasserspiegelungen und Schemen. Die fiktiven „Aufzeichnungen“ der Künstlerin werden wie in einer Schausammlung naturwissenschaftlicher Objekte, u.a. auf Pulten, präsentiert.

Die neue Werkgruppe der Künstlerin entstand in Auseinandersetzung mit der Gotischen Halle des Celler Schlosses, wo Christin Wilcken 2020 auf Einladung des Kunstvereins Celle eine umfangreiche Ausstellung präsentiert hat. Dazu erschien ein Katalog als Postkartenmappe mit einem ausführlichen Text von Dr. Christina Katharina May.

Christin Wilcken (*1982) gehört zu den erfolgreichsten Künstlerinnen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie überführt künstlerische Themen der Naturerfahrung seit der Romantik in eine zeitgenössische Bildsprache und erweitert die Grenzen der Zeichnung durch experimentelle Formate, die den Raum und die Betrachterposition einbeziehen.

Ihr Werk war zuletzt u.a. in Einzelausstellungen in Frankfurt am Main und in Greifswald zu sehen. 2014 wurde ihre Arbeit mit einer umfangreichen Einzelausstellung in der Kunstsammlung Neubrandenburg vorgestellt; 2019 war sie in der Ausstellung „vom Wesen der Linie“ im Staatlichen Museums Schwerin/Schloss Güstrow vertreten, 2020 war sie zu einer Einzelschau in die Caspar-David-Friedrich-Galerie, Greifswald eingeladen. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, u.a. in der Sammlung „Zeitgenössische Kunst“ des Bundes.

Die Künstlerin hat am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald studiert und erhielt 2007 den Caspar-David-Friedrich-Preis. Sie war u.a. Stipendiatin im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow, in Schloss Wiepersdorf und wurde von der Jürgen Ponto Stiftung unterstützt. Arbeitsaufenthalte führten sie u.a. nach Litauen und Finnland. 2015 war sie für den Walter Koschatzky Kunst-Preis nominiert. Christin Wilcken lebt und arbeitet in Rostock und Mühl Rosin.